Prostatakrebs

Prostatakrebs
 
Ihr Kontakt zu uns

Welche Untersuchungsmethoden gibt es bei Prostatakrebs?

Nach den Empfehlungen der deutschen Fachgesellschaften[5] wird zusätzlich zu der erwähnten Tastuntersuchung (digitale-rektale Untersuchung) bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms die Bestimmung des Gesamt-PSA-Wertes aus dem Blut empfohlen.

PSA (prostataspezifisches Antigen) wird in der Prostata gebildet. Es ist ein Eiweißstoff, der bei verschiedenen Erkrankungen der Prostata vermehrt ins Blut abgegeben wird, beispielsweise bei einer Entzündung, einer gutartigen Vergrößerung oder einem Tumor.

Als Ergänzung wird häufig vom Enddarm aus eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, die sogenannte transrektale Sonographie. Dabei führt der Arzt eine spezielle Ultraschallsonde vorsichtig in den Darm ein, um die Prostata genauer untersuchen zu können. Jedoch erst die Entnahme von Prostatagewebe im Rahmen einer Biopsie und der Nachweis von Tumorzellen in dieser Probe können einen Krebsverdacht sicher bestätigen.

In der Regel wird eine Biopsie unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt, Sie müssen also nicht mit einem stationären Krankenhausaufenthalt rechnen. Ein parallel durchgeführter Ultraschall ermöglicht es dem Arzt, die Nadel exakt zu führen. Üblicherweise werden aus jedem Prostatalappen fünf Gewebeproben entnommen. Sollten im Vorfeld bereits Auffälligkeiten festgestellt worden sein, sind weitere Proben aus diesen Regionen der Prostata notwendig. Damit es nach der Biopsie nicht zu Entzündungen kommt, erhalten Sie vorbeugend Antibiotika.

Da die Analyse der Gewebeproben in Speziallabors stattfindet, müssen Sie einige Tage auf den Befund warten. Wenn kein Tumorgewebe nachgewiesen werden konnte, die PSA-Werte aber weiterhin erhöht sind, sollte nach einer gewissen Wartezeit erneut eine Biopsie durchgeführt werden.

Sollte sich der Verdacht auf Prostatakrebs bestätigen, kann es sein, dass auch nach Streuherden gefahndet werden muss. Da Prostatakrebs häufig in den Knochen Metastasen bildet, setzt man dazu auch nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren wie PET (Positronen-Emissions-Tomographie) oder SPECT (Single-Photon-Emission-Computed-Tomography) ein. Sie geben dem Arzt Einblick in den Knochenstoffwechsel und machen Auffälligkeiten, wie sie für Tumoren charakteristisch sind, sichtbar.

Quellenangaben
[5] S3-Leitlinie Prostatakarzinom Version 1. März 2011