Herzinfarkt

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Welche Behandlungsmethoden gibt es bei einem Herzinfarkt?

Was verursacht einen Herzinfarkt? In der überwiegenden Zahl der Fälle kommt es zu einer sogenannten Plaqueruptur, also einer Verletzung der innersten Gefäßwandschicht. Unmittelbar bildet sich ein Blutgerinnsel, das zu einem kompletten Gefäßverschluss führt. Dies erklärt das abrupte Einsetzen von Beschwerden. Die Herausforderung bei der Behandlung eines Herzinfarkts besteht darin, das verschlossene Herzkranzgefäß so schnell es geht wieder zu öffnen. Zur Stabilisierung ihres Zustandes und zur Schmerzlinderung erhalten Patienten bereits im Rettungswagen Sauerstoff, Medikamente, die die Gerinnselbildung beeinflussen, und Schmerzmittel. In der Klinik erfolgt dann nach der Erstdiagnostik mit EKG und Labor in der Regel schnellstmöglich eine Herzkatheter-Untersuchung. Findet sich ein verschlossenes Koronargefäß, so kann mittels Ballondilatation der Verschluss beseitigt werden. Heute erfolgt in fast allen Fällen die zusätzliche Implantation eines Stents, um den Behandlungserfolg zu festigen.

Der Behandlungserfolg hängt davon ab, wie viel Zeit seit Beginn des Infarkts vergangen ist. Wird die Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes innerhalb der ersten 90 Minuten nach Einsetzen der Symptome erreicht, sind die Aussichten den Herzinfarkt ohne größere Komplikationen oder Langzeitfolgen zu überstehen besonders günstig. Je länger es bis zur Wiedereröffnung dauert, desto größer der resultierende Herzmuskelschaden. Erfolgt die Therapie später als 12 Stunden, so ist meist kein betroffenes Herzmuskelgewebe mehr zu retten. Besteht keine Möglichkeit zur invasiven Koronardiagnostik und –therapie, so kann innerhalb der ersten sechs Stunden eine medikamentöse Therapie erfolgen, bei der versucht wird, mit Hilfe eines Medikamentes das Blutgerinnsel aufzulösen. Die sogenannte Lysetherapie ist aber die Therapie zweiter Wahl!

Ist es für eine Lysetherapie bereits zu spät oder ist sie nicht erfolgreich, dann kann mittels Herzkatheter eine sogenannte Ballondilatation zur Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes durchgeführt werden (PTCA). Die PTCA ist bei einem Herzinfarkt die effizienteste und daher empfohlene Behandlungsmethode, um schnell wieder für eine ausreichende Durchblutung des Herzmuskels zu sorgen. Bei sehr ausgeprägten Veränderungen der Herzkranzgefäße kann auch eine Bypass-Operation nötig werden. Der Arzt entnimmt dafür an einer anderen Körperstelle eine Vene, um die Engstelle des Gefäßes zu überbrücken.

Da es auch noch nach erneuter Öffnung des verschlossenen Gefäßes zu Komplikationen oder einem weiteren Infarkt kommen kann, werden Herzinfarktpatienten zunächst intensivmedizinisch überwacht. Bei unkompliziertem Verlauf beginnt bereits in den ersten Tagen nach dem Infarkt eine spezielle Krankengymnastik. Zudem ist die lebenslange medikamentöse Therapie mit ASS, Betablockern, Cholesterinsenkern und anderen Medikamenten angezeigt.

Ergänzend zu einer medikamentösen Therapie ist eine Änderung des Lebensstils von größter Bedeutung und am schwierigsten zu erreichen. Moderater Ausdauersport wie Walken oder Schwimmen, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Nikotin helfen das Voranschreiten der KHK zu stoppen.